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Wie und warum wirkt ein Beratungsprozess?

In den vergangenen Jahren ist die Frage nach der Wirksamkeit von Beratungsprozessen immer mehr in den Fokus von wissenschaftlichen Studien gerückt. Die gute Nachricht vorab: Mittlerweile ist unumstritten, dass ein Beratungsprozess eine Vielzahl von positiven Wirkungen entfalten kann. Noch interessanter ist, dass über einen Beratungsprozess nicht nur das Anliegen des Klienten - wie beispielsweise die Entwicklung von mehr Führungsstärke - erfolgreich bearbeitet werden kann. Vielmehr wirkt sich ein Beratungsprozess auf der emotionalen und mentalen Ebene grundsätzlich positiv aus - man könnte hier von erwünschten Nebenwirkungen sprechen.

 

Das beschriebene Ergebnis kann ich vor dem Hintergrund der Rückmeldungen meiner Klienten in vollem Umfang bestätigen. Denn neben dem wichtigsten Ziel meiner Beratung – der beruflichen (Neu-)Orientierung – gibt es eine Vielzahl weiterer Wirkungen. Dazu gehören:

  • die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, da in einem so wichtigen Bereich wie dem Berufsleben ein passendes und realistisches Ziel entwickelt werden konnte
  • damit verbunden: eine emotionale Entlastung und Stressabbau
  • und schließlich die Steigerung des Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens, da durch die Berufsberatung das Wissen um die eigenen Ressourcen gestärkt werden kann.

Was macht eine Beratung so wirksam – abgesehen vom Fachwissen des Beraters? Auch diese Frage ist in den vergangenen Jahren wiederholt Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen geworden. Insgesamt konnten 16 Wirkfaktoren identifiziert werden. So gibt es beispielsweise Wirkfaktoren, die in Verbindung mit der Beziehung zwischen Klient und Berater stehen oder auch Faktoren, die auf die Methodenvielfalt des Beraters abheben. Auch diese Befunde kann ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen voll und ganz unterstreichen. In meiner Arbeit als Beraterin erlebe ich folgende Faktoren als besonders wirksam:

  • die Ausrichtung des Beratungsprozesses an der individuellen Persönlichkeit meiner Klienten
  • die Arbeit mit den internen und externen Ressourcen meiner Klienten (im Sinne einer Ressourcenaktivierung)
  • der flexible Einsatz von unterschiedlichen Methoden
  • Wertschätzung und emotionale Unterstützung meiner Klienten in allen Phasen des Beratungsprozesses
  • regelmäßige Feedbackgespräche zwischen mir als Beraterin und meinen Klienten, um den Verlauf des Beratungsprozesses besser bewerten zu können.

Von der Wirksamkeit eines komplexen Beratungsprozesses möchte ich abschließend den Bogen zu den Vorgesprächen spannen, die ich im Vorfeld einer jeden Beratung anbiete: Fast immer berichten meine Klienten davon, dass sie in ungezählten Gesprächen mit der Familie oder ihren Freunden vergeblich versucht haben, herauszufinden, wie die anstehende berufliche Veränderung aussehen könnte. Gespräche sind wichtig, hilfreich und unverzichtbar. Sie können jedoch keinesfalls die Wirksamkeit eines Beratungsprozesses entfalten.